Die in Zoll angegebene Sensorgröße (z. B. 1/2", 1") kann irreführend sein. Sie bezieht sich nämlich nicht auf die Diagonale des Kamerasensors. Die physikalischen Abmessungen des Kamerasensors finden sich in der Angabe „Effektive Fläche“ oder lassen sich berechnen, indem man die Pixelgröße in X-Richtung mit der Anzahl der Pixel in X-Richtung multipliziert und umgekehrt für Y-Richtung.
1. Historischer Ursprung: Optisches Format und Vidicon-Röhre
Die Angabe „Sensorgröße“ ist in Wirklichkeit eine Industriestandardvorgabe, die sich auf die Größe eines Tubusobjektivs bezieht, das für den Sensor geeignet wäre. Diese Konvention hat ihren Ursprung in derVidicon-Bildröhrenwurde in frühen Videokameras verwendet. Die Nenngröße einer Röhre (z. B. „1-Zoll-Röhre“) beschrieb ihreAußendurchmesser des Glasesnicht der nutzbare Bildgebungsbereich. Der tatsächliche empfindliche Bereich war typischerweiseetwa zwei Drittel des Außendurchmessers des Rohres, woraus sich später das heutige entwickelteoptisches FormatTerminologie.
Obwohl moderne digitale Sensoren keine Röhren mehr verwenden, hält die Branche weiterhin an dieser veralteten Klassifizierung fest. Daher bedeutet eine Angabe von 1 Zoll als „Sensorgröße“ nicht, dass die Sensordiagonale exakt 1 Zoll beträgt. Da die Angabe der „Sensorgröße“ üblicherweise gerundet wird, entstehen zudem Ungenauigkeiten.
2. Warum zwei unterschiedliche Umrechnungsfaktoren (>1/2" vs. <1/2")
Eine Tabelle mit gängigen Werten und deren ungefähren Diagonalabmessungen in mm finden Sie unten. Zur Berechnung der ungefähren Diagonalabmessung des Sensors anhand der Angabe „Sensorgröße“ müssen die untenstehenden Formeln verwendet werden. Beachten Sie jedoch, dass die anzuwendende Formel aus historischen Gründen vom Wert der Angabe „Sensorgröße“ abhängt.
Für Sensorgrößen über 1/2"Die Branche orientierte sich an den Konventionen größerer Vidicon-Röhren. Ihr optisches Formatverhältnis (Röhrendurchmesser ÷ Bilddiagonale) betrug im Durchschnitt etwa1,5875, was dazu führt:
Diagonale (mm) = [Sensorgröße (Zoll) × 25,4] / 1,5875
Für Sensorgrößen unter 1/2"Kleinere Röhren verwendeten eine etwas andere interne Struktur und ein anderes Bildgebungsflächenverhältnis, das näher an lag1,4111, ergebend:
Diagonale (mm) = [Sensorgröße (Zoll) × 25,4] / 1,4111
Diese beiden Faktoren spiegeln dieverschiedene geometrische Beziehungenzwischen dem Außendurchmesser der Videoröhre und der effektiven Bildfläche in verschiedenen Größenklassen historischer Videoröhren.
3. Formeln zur Berechnung der Sensorgröße
Für Sensorgrößen über 1/2":
Für Sensorgrößen unter 1/2":
25.02.2022